Die gekünstelte Seltsamkeit dieser Enthüllung ruft eine Idee in Erinnerung, die Traum oder Vergangenheit sein könnte: Backstage, hinter den Kulissen, im samtigen Toile-de-Jouy-Anzug ein Éclair vernaschen.
Nach der Zeitrechnung des herzförmigen Weckers auf der linken Nachtkonsole sind seitdem nicht mal 47 Stunden vergangen. Die Vorstellung von glitzernden Zuckerkristallen, die sich, so langsam und behutsam wie fallende Asche, im Körper verteilen, ist so tröstlich wie die schlaftrunkenen Schäfchen auf dem Ziffernblatt des Weckers, der zugleich wie eine Schneekugel funktioniert: Winzige Schneekristalle wirbeln beim Aufschütteln mit tanzenden Miniatur-Wölkchen herum. Nicht immer sind die Mondblumen an den unteren Rändern erkennbar. Nur, wenn die Drehung des Weckers ganz langsam - im Schneckentempo - erfolgt, sodass die Flüssigkeit gemeinsam mit den klitzekleinen Plastikteilchen an die gegenüberliegende Seite gleiten kann und man den Kopf zur Seite neigt, können die Mondblumen in ihrer vollen Pracht bewundert werden.
Kaffeestange wortwörtlich im französischen mit baguette de café übersetzt werden würde
Hasenpfoten die samtigeren Katzenzungen sind
und das Versprechen von Liebesknochen länger hält als von Liebesperlen
Nach einem echten Blitzeinschlag schlängeln sich manchmal auf der Haut feine raureifartige, verzweigte Muster in Form von Blitzblumen, die als Lichtenberg-Figuren bekannt sind. Nach wenigen Stunden verblassen sie wieder und innerhalb von 48 Stunden sind sie rückstandslos verschwunden.
Text: Sarah Matysek